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Über den Windelmann

Wieso mache ich das überhaupt?!

Ein Interview

Wer sind Sie?

Mein Name ist Detlef Jahn und ich bin gebürtiger Leipziger, also Sachse, und stamme blutsmäßig von der Waterkant. Daher meine heftige Verbundenheit mit der schönsten Insel der Welt: Rügen.

Ich wurde im Zeichen des Krebses 1964 geboren und habe inzwischen einen Sohn, geboren 1983, eine Tochter, geboren 2008 und mittlerweile auch eine Enkelin, geboren 2010.

Und ich habe drei Schwestern, die mittlerweile insgesamt acht Kinder haben.

Dann wissen Sie ja, was Babys versorgen bedeutet…

Ich glaube, davon darf man ausgehen, ja.

Und – alle Kinder in Stoffwindeln gewickelt?

Klar! 1983 gab's ja praktisch keine Alternativen. Die komischen Vlieswindeln waren nicht so wirklich berauschend. Und es war allgemein üblich, einen blauen Windeltopf zu haben und in zwei Stufen die Windeln selbst zu waschen. Und mit meiner Tochter jetzt ab 2008 betrieb ich den Windeldienst ja schon lange. Da wäre es Frevel gewesen, keine Stoffwindeln zu verwenden.

Wenn ich damals zu DDR-Zeiten die Idee gehabt hätte, für die Eltern die Windeldn zu waschen, würde ich heute arbeiten lassen und Mercedes fahren…! Aber darauf ist damals wirklich niemand gekommen. Naheliegender hätte eine Geschäftsidee nicht sein können.

Und wie sind Sie dazu gekommen, zum Windelmann zu werden?

Naja, ich überlegte schon um die Wendezeit herum, was ich denn vielleicht so auf meine eigene Kappe machen könnte und habe mangels passender Ausbildung – ich bin gelernter Koch – und Startkapital herumgesucht, um preisgünstig umsetzbare Ideen zu finden.
In einer Existenzgründerzeitschrift, habe ich dann ein komplettes Konzept für einen Windeldienst gefunden. Und da ich als Vater selbst wusste, was es heißt, Windeln zu waschen, war ich begeistert und begann, alles vorzubereiten, bis hin zu fertig gedruckten Handzetteln…
Dann kam die erste Nachwende-Geburtenstatistik und alles war Makulatur. Angesichts der ins Bodenlose fallenden Geburtenzahlen ließ ich das Ganze bleiben, schlug mich mit verschiedensten Jobs durch und wartete auf bessere Zeiten.

Und was haben Sie so alles gemacht?

Pizza zubereiten und ausliefern, Sonntags Zeitungen verteilen, in der Wäscherei meiner Mutter helfen, ehemalige Russenkasernen bewachen, im Fotoladen arbeiten, Biokisten ausfahren…

Das ist ja nicht wenig – und wie ging es weiter?

1996 war es dann soweit: die Geburtenrate war seit zwei Jahren wieder fest und stieg leicht. Also kramte ich Alles wieder hervor und recherchierte neu. Denn die Windelhersteller hatten aufgegeben oder waren von der »Treuhand« abgewickelt worden, naja, wie das so war…
Jedenfalls habe ich Ende 1996 den Probebetrieb aufgenommen und dann Anfang 1997 richtig durchgezogen.

Und warum machen Sie das?

Wir dürfen nicht nur davon reden, das Klima und den sozialen Frieden und den Planeten retten zu wollen, sondern irgendwo muss man anfangen. Jeder für sich und ganz bei sich selbst. Müll vermeiden, Strom ohne fossile oder nukleare Brennstoffe beziehen, weniger Auto fahren, nicht mehr zum Vergnügen irgendwo hin fliegen, keine Nahrungsmittel kaufen, die von Großkonzernen industrieell hergestellt sind, Obst und Gemüse essen, das saisonal in der Region verfügbar ist, Wasser sparen…

Ist die Liste noch lang?

Ja – es gibt so viele Möglichkeiten. Nur anfangen müssen wir! HANDELN! JETZT!

Und deswegen betreiben Sie den Windeldienst? Wollen Sie nicht auch Geld verdienen?

Klar will ich Geld verdienen! Aber ich will auch etwas Vernünftiges tun. Einen, wenn vielleicht auch kleinen, Beitrag leisten, dem zur Zeit herrschenden Wegwerfwahnsinn etwas entgegen zu setzen. Wenigstens ein paar Leute mitzuziehen, in der Hoffnung, dass sich dann doch noch etwas zum Guten hin bewegt…

Ah, ein Idealist…?

Genau DAS ist ja unser Problem: es gibt viel zu wenige Idealisten.

Schauen Sie sich doch mal an, wie Viele ehrenamtlich arbeiten oder in der Familie sich aufopfern, um vielleicht Jemanden zu pflegen… Wieviele Berufe gibt es, wo kein großer Reichtum zu erwarten und die Arbeit oft auch schwer und stressig ist und wie viele Menschen solche Berufe mit Freude und Begeisterung ausüben.

Ich finde, Idealist zu sein, ist eine prima Sache!

Zum Schluß noch etwas an die Leser?

Denken Sie mehr darüber nach, was Sie tun und welche Auswirkungen Ihr Handeln hat.
Nicht nur hier und direkt, sondern grundsätzlich.

Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn mehr Leute nicht nur auf den Preis einer Sache schauen, sondern prüfen, welche anderen Vorteile oder Nachteile eine Ware oder Dienstleistung hat, für sie selbst als Kunde und auch für Andere.

Und in meinem speziellen Fall:
lesen Sie hier auf meiner Website, welche Vorteile es hat, den Windeldienst zu nutzen und erst danach prüfen Sie, ob Ihnen diese Vorteile den Preis wert sind.
Überlegen Sie, wieviel Geld Sie für Dinge ausgeben, die, mit Vernunft betrachtet, Luxus sind und wie wichtig Ihnen die Gesundheit ihres Kindes ist und die Umwelt, die Sie Ihrem Kind hinterlassen.

Ich bedanke mich herzlichst für Ihr Interesse, Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zeit
und wünsche Ihnen alles Gute für Sie und Ihr(e) Kind(er)!

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